Simon Lorch III. trug die Häftlingsnummer 24252

Am 9. November 2018 findet im Landratsamt Dieburg ab 15 Uhr eine Gedenkveranstaltung anlässlich des 80. Jahrestages der Reichspogromnacht statt.

Am 10. November 1938 wurden zehn Dieburger Juden zwischen 16 und 63 Jahren in Schutzhaft genommen, in der Haftzelle der Bürgermeisterei eingesperrt und einen Tag später ins Konzentrationslager Buchenwald bei Weimar gebracht. Dort mussten sie Prügel, unmenschliche hygienische Verhältnisse, Hunger und entmenschlichende Zustände über sich ergehen lassen. Neun von ihnen kamen noch im November nach Dieburg zurück und mussten vorher versprechen, nichts über das Erduldete zu berichten. Nur der 63jährige Simon Lorch III. überlebte die Quälerei nicht, sondern kam am 27.11. angeblich durch „Herzschwäche“ dort um und wurde eingeäschert. Seine Familienangehörigen mussten seine Asche auf der Bürgermeisterei abholen.

In der Reichspogromnacht wurde die Inneneinrichtung der Synagoge am Marktplatz von SA-Männern zertrümmert; wurden Schaufensterscheiben, jüdische Geschäfte und Häuser verwüstet und deren Bewohner misshandelt.

Die Gedenkveranstaltung am 9. November wird von Schülern der Dieburger Goetheschule moderiert und den künstlerischen Teil der Veranstaltung wird die Kuratorin Diana Barbosa vom Verein verantworten.